Rechtspolitische Ausgangslage
Die Projektarbeit der IRZ in Moldau fand auch 2012 im Rahmen des vom Auswärtigen Amt finanziell geförderten Stabilitätspakts für Südosteuropa statt. Die Zusammenarbeit mit den moldauischen Partnerinstitutionen gestaltete sich nach wie vor erfreulich intensiv. Mit der Wahl eines Staatspräsidenten konnte die moldauische verfassungsrechtliche Problematik zwar nicht gänzlich und dauerhaft gelöst werden, aber zumindest in der nächsten Zeit sollte sie die wichtigen Diskussionen vor allem über eine Reform des moldauischen Justizsystems nicht weiter erschweren.
Bisherige Zusammenarbeit
Wie in den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt der Zusammenarbeit auch 2012 im Bereich der Justizreformen, die besonders engagiert vom moldauischen Justizminister vorangetrieben werden. Hier konnte die IRZ flexibel und schnell mit Rat und Tat zur Seite stehen. Aber auch im Prozessrecht, im Zivil- und Wirtschaftsrecht sowie bei der Ausarbeitung eines Verwaltungskodex’ gab es etliche Veranstaltungen. Wünschenswert wäre eine intensivere Fortführung der Arbeiten am Entwurf des Verwaltungskodex’ mit den dazugehörigen Überlegungen, eine Verwaltungsgerichtsbarkeit einzuführen.
Fragen der weiteren Reform des materiellen Zivilrechts und auch des Notarrechts wurden 2012 von moldauischer Seite leider nicht aufgegriffen. In beiden Bereichen wurden in den vergangenen Jahren erhebliche Vorarbeiten geleistet, an die die IRZ gerne anschließen würde. Auch für eine intensivere Zusammenarbeit bei der Verfassungsreform und mit dem Verfassungsgericht steht die IRZ zur Verfügung.
Ausblick
Welche Auswirkungen die politische Krise von Anfang 2013 auf die Zusammenarbeit haben wird, kann allerdings nur sehr schwer beurteilt werden. Es ist zu erwarten, dass die weitere Zusammenarbeit ähnlich intensiv und fruchtbar verlaufen wird, wie dies in der Vergangenheit der Fall war. Die Justizreform wird auch zukünftig ein Schwerpunkt der Aktivitäten in Moldau sein. Aus Sicht der IRZ wäre es wünschenswert, die Projektarbeit zu Zivilrechtsreform und verfassungsgerichtlicher Praxis wieder stärker in den Blick zu nehmen. Die Gesetzgebungsberatungen zur Reform des Insolvenzrechts und des Notarrechts sollen fortgesetzt und die mehrjährigen Arbeiten an einem Verwaltungskodex zu einem guten Ende gebracht werden. Themen, die im kommenden Jahr ebenfalls zur Sprache kommen werden, sind die Rolle der Staatsanwaltschaft im Rechtsstaat und das Strafprozess- und Strafvollzugsrecht. Hier hatte die IRZ 2011 ein größeres Twinning-Projekt erfolgreich abgeschlossen. Soweit es angesichts des rückläufigen Budgets für den Stabilitätspakt möglich sein wird, soll auch die erfreuliche Zusammenarbeit mit der Soros-Foundation fortgesetzt werden.