Rechtspolitische Ausgangslage
In Tunesien führten die umfangreichen politischen und gesellschaftlichen Konsultationsprozesse nach dem arabischen Frühling zu einer Verzögerung im Fahrplan für die Verabschiedung einer demokratischen Verfassung. Wie in Ägypten wird auch in Tunesien in der öffentlichen Diskussion um grundlegende Fragen gerungen.
Besonders drängend sind wirtschaftliche Reformen und eine Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Besonders die Jugendarbeitslosigkeit ist eklatant hoch und stellt ein großes Unruhepotenzial dar. Unabhängig davon ist das Interesse an internationaler rechtlicher Zusammenarbeit, Beratung und Austausch auf den verschiedensten juristischen Gebieten unvermindert vorhanden. Im Zentrum des Interesses standen die folgenden Rechtsgebiete:
- Unabhängigkeit der Justiz,
- richterliche Ethik,
- Organisation von Behörden und Gerichten,
- internationale Verfahrensprinzipien im Strafrecht und Strafprozessrecht,
- Reform des Strafvollzugs,
- rechtspolitische Verfahren in einer parlamentarischen Demokratie.
Da Tunesien über entwickelte Justizsysteme und Institutionen verfügt, spielen Fragen des sogenannten institution building keine Rolle.
Seit April 2013 führt die IRZ in Montenegro federführend ein Twinning Projekt zum Strafvollzug durch.